Vorerst bleibt es bei „Hospizverein Zwiesel-Regen e. V.“

Wie jedes Jahr lud auch heuer der Hospizverein Zwiesel-Regen e. V. Mitte März zu seiner ordentlichen Mitgliederversammlung ein.  Die Vorstandschaft  legte den Rechenschaftsbericht vor und ließ das Vereinsjahr 2019 Revue passieren.

Schatzmeisterin Elfriede Dirmeyer, Vorsitzende Heidemarie Horenburg und Elisabeth Weinhuber
Schatzmeisterin Elfriede Dirmeyer, Vorsitzende Heidemarie Horenburg und Elisabeth Weinhuber

Zu der diesjährigen Jahreshauptversammlung konnte die Vorsitzende Heidemarie Horenburg 53 Gäste begrüßen. Ihr besonderer Gruß galt dem stellvertretenden Landrat Helmut Plenk, dem Vertreter der Stadt Zwiesel Alfred Zellner, dem Dekan Stadtpfarrer Martin Prellinger sowie dem Ehrenvorsitzenden Peter Wähe und Kassenprüfer Walter Kraus. Nach Feststellung der Beschlussfähigkeit wurde benannt, dass von 53 Anwesenden 51 stimmberechtigte Mitglieder sind. In seinem Grußwort gab stv. Landrat Helmut Plenk seiner Freude Ausdruck, dass die Hospizidee durch den Verein immer mehr verbreitet wird und viele Menschen in einer der schwierigsten Situationen am Lebensende nicht alleine sein müssen. Er lobte die Arbeit der HospizbegleiterInnen, die ihre Zeit und ihr Engagement in dieses wertvolle Ehrenamt einbringen.

Nach einem stillen Gedenken an die verstorbenen Mitglieder und Förderer des Hospizvereins hielt die Vorsitzende in Zahlen und Bildern Rückschau auf das abgelaufene Vereinsjahr. Die Vorstandschaft, die sich zu vier Sitzungen getroffen hatte, konnte aufzeigen, dass sie 2019 das Wohl der Koordinatorinnen, der HospizbegleiterInnen und des Vereins gezielt im Auge hatten. Während für die beiden Koordinatorinnen eine tarifmäßige Gehaltserhöhung anstand und eine Zusatzversorgung abgeschlossen werden konnte, wurden die Fortbildungen der HospizbegleiterInnen finanziell und ideell unterstützt. Neben der Erstattung der Fahrtkosten der Ehrenamtlichen beteiligte sich der Verein an Weiterbildungen der HospizbegleiterInnen. Mit der Ausbildung von einem Mann und acht Frauen zu neuen HospizbegleiterInnen, einer besonderen Gruppe, wurde dafür gesorgt, dass die Arbeit weiterhin gut ausgewogen auf viele Schultern verteilt werden kann. Dies kommt der Arbeit der geschulten und umsichtigen Koordinatorinnen Maria Nothaft und Lucia Horn zugute, die dafür sorgen, dass Schwerstkranke und Sterbende gut begleitet werden können. Insgesamt konnten im Berichtsjahr 2019 dann auch 137 Menschen begleitet werden.
Beeindruckt war man, dass die Zahl der zu Hause Begleiteten ebenso angestiegen war wie die Begleitungen in Einrichtungen für behinderte Menschen. Hier waren Hospizbegleiterinnen zweimal in Einrichtungen der Lebenshilfe eingesetzt und einmal in der Löw’schen Einrichtung. Der Umgang mit Sterbenden mit einer Behinderung erfordert besonders viel Sensibilität und Empathie. Ohne die Namen der Begleiterinnen zu nennen, sprach die Vorsitzende hier große Anerkennung aus.

Die Berichte aus den Trauercafés Zwiesel (Barbara Wenig) und Regen (Sonja Fürst) zeigten übereinstimmend auf, wie wichtig diese Angebote des Hospizvereins sind und wie gerne sie angenommen werden. Sie bieten Trauernden die Möglichkeit, sich mit Menschen, die ähnliche oder gar gleiche Verlusterfahrungen gemacht haben, zu treffen und in aller Offenheit und doch nicht öffentlich auszutauschen. Tief beeindruckt war die Versammlung vom Gedicht eines Trauernden, in dem die ganze intensive Trauer, Verlust aber auch Hoffnung zum Ausdruck kamen. Elisabeth Weinberger berichtete von der Arbeit in der Kindertrauergruppe. Nicht nur Zahlen, sondern auch die anspruchsvollen Möglichkeiten des Aufarbeitens kindlicher Trauer wurden aufgezeigt. Mithilfe einer großzügigen Spende des Katholischen Frauenbundes Regen und des evangelischen Handarbeitskreises Regen ist angedacht, mit den trauernden Kindern einen größeren Ausflug zu unternehmen.

Als Beleg für die engagierte Arbeit der hauptamtlichen Koordinatorinnen stellte Heidemarie Horenburg die gestiegenen Zahlen der überaus kompetenten Beratungen zu Patienten-verfügung, Vorsorgevollmacht, Palliativversorgung, Ausbildung, Intervision und Teilnahme an Gesprächskreisen mit Kooperationspartnern dar.

Veranstaltungen für Ehrenamtliche (jährlich stattfindendes Frühlingsfest und Herbsttagung) sowie Öffentliche, d. h. für jeden Mitbürger zugängliche Veranstaltungen (Lesenacht, besonderer Film, Theater, Exkursion und meditative Wanderung) wurden mit Zahlen belegt. Das Highlight 2019, das 20-jährige Bestehen des Hospizvereins, würdigte die Vorsitzende noch einmal voll Freude und Dankbarkeit.  Just in diesem Moment traf als Vertreter der Stadt Regen Stadtrat Wolfgang Stoiber ein, der das köstliche Jubiläumsbuffet ausgerichtet hatte, und den sie nun herzlich begrüßte. Heidemarie Horenburg benannte die großartige Arbeit des Festausschusses, der Gestalter des Festgottesdienstes und das Benefizkonzert mit Äff-tam-tam unter der Leitung von Roland Pongratz, das ein volles Haus bescherte.

Nach dem Bericht der Schatzmeisterin Elfriede Dirmeyer, der umsichtigen Umgang mit den Finanzen des Vereins belegte, kam Kassenprüfer Walter Kraus zu Wort. Er hatte mit Heiko Döringer die Kasse geprüft und konnte der Schatzmeisterin eine einwandfreie und korrekte Kassenführung bescheinigen, die zur einstimmigen Entlastung der Schatzmeisterin führte.

Nach der abschließenden Feststellung, dass der Hospizverein Zwiesel-Regen am Ende des Vereinsjahres 216 Mitglieder hat (davon 13 Neumitglieder) stellte stv. Landrat Helmut Plenk Antrag auf Entlastung der Vorstandschaft, der einstimmig angenommen wurde .

Den Antrag zur Namensänderung der Vortragsreihe stellte Carola Schneid begründet vor. Die Abstimmung zeigte große Zustimmung, sodass die Vortragsreihe in Zukunft den Namen „ENDlich leben“ tragen wird.

Zum Tagesordnungspunkt „Änderung des Namens des Hospizvereins“ war ein Antrag zur Vertagung und Diskussion eingegangen.  Die Mitgliederversammlung unter Leitung von Helmut Plenk entschied sich mit einfacher Mehrheit für die Beibehaltung der Tagesordnung. Danach verlas Peter Wähe das von mehreren Mitgliedern im Vorfeld unterschriebene Statement zur Beibehaltung des alten Namens „Hospizverein Zwiesel-Regen“.  für die Vorstandschaft begründete Heidemarie Horenburg den Wunsch nach dem neuen Namen „Hospizverein Arberland“. In der fair ablaufenden Diskussion kam zum Ausdruck, dass noch Informations- und Gesprächsbedarf besteht. Die Abstimmung ergab eine einfache Mehrheit für den neuen Namen, sodass es vorerst zu keiner Namensänderung kommt. Daraufhin stellte die Vorsitzende die Abstimmung über eine anstehende Satzungsänderung zurück.

Die Vorstandschaft bedankte sich herzlich mit einem Frühjahrsblumengruß bei Verena Riffeser für 20 Jahre hervorragende Öffentlichkeitsarbeit und Elisabeth Schneidinger für wunderschöne Geburtstagsgrüße im Namen des Vereins an jeden Hospizbegleiter. Heidemarie Horenburg betonte, dass jede(r) HospizbegleiterIn sein Bestes für den Verein gegeben habe und deshalb auch jeder eine kleine Anerkennung in Form eines besonderen Büchleins erhalte. Nach dem Dank an alle Mitarbeiter, Partner, Unterstützer  und Förderer beschloss die Vorsitzende die Versammlung mit dem Wunsch, gemäß dem Leitbild des Vereins weiter daran zu arbeiten, den Hospizgedanken in der gesamten Gesellschaft zu etablieren.