Mit viel Sonne und Wärme hat uns der Oktober einen überaus schönen Herbst beschert. Die Wärme und Strahlkraft wollte der Hospizverein Zwiesel-Regen in seinem nunmehr dritten Hoagarten projizieren. Deshalb lud man wieder „Die Lenzerischen“ mit Vroni Schagemann, Lisbeth Kagerbauer und Stefan Kopf ein. Sie sind inzwischen treue musikalische Begleiter der hospizlichen Veranstaltungen für die Öffentlichkeit. Immer wieder überraschen sie nicht nur durch ihr breites Repertoire, sondern auch durch ihre große Flexibilität, sich thematisch perfekt auf den Leser einzustellen. Dazu konnte man in diesem Jahr Dr. phil. Hans Göttler gewinnen.

Der „Geddlahans“ kam gerne aus dem Rottal nach Zwiesel, nicht nur, weil er die Vereinsvorsitzende Heidemarie Horenburg noch aus gemeinsamen Dienstzeiten kennt, sondern weil er der niederbayerischen Mundart Gehör verschaffen möchte und kann. Seit vielen Jahren befasst sich Göttler mit den Mundartdichtern Emerenz Meier, Max Peinkofer, Ponzauner Wigg u. a. und schreibt natürlich auch selbst. Ganz selbstverständlich stellte Göttler biografische Daten der Dichter vor, so dass deren Werke  zu Leben erwachten. Mit fesselnder Mimik und Gestik unterstrich er seine temperamentvollen Vorträge, die durch eigene Anekdoten bereichert wurden. So hatte Göttler die Lacher auch auf seiner Seite, als er die Geschichte um Kardinal Ratzingers Besuch im elterlichen Wirtshaus vortrug. Die Vielfalt der niederbayerischen Mundartausdrücke beeindruckte in Göttlers Geschichten zur Zahl zwei, die je nach Geschlecht  zwee, zwou oder zwoa ausgesprochen wird. Welche persönliche Freude Göttler daran hat,  Hochdeutsch in Mundart zu übersetzen, bewies er in seinen Streichen um „Max und Moritz in Weißblau“. Die Geschichten blieben originalgetreu, aber der Lehrer Lämpel wird zum Lampl, der Nachttopf zum Potschamperl. „Der roate Bua“, genaugenommen die Geschichte einer Beichte am Lebensende, lebte wie alle Beiträge dieses Abends von der Spannung des Vortrags und dem Temperament Göttlers.

Aber was wäre ein Hoagarten ohne Musik? So verstanden es „Die Lenzerischen“ meisterlich, die Lesungen Göttlers spontan mit thematisch passenden mundartlichen Liedern gesanglich und instrumental zu bestärken. Wem fällt schon bei den Papstgeschichten ein passendes Lied ein? Die Lenzersichen sangen dazu „Der Papst ist ein armer Wicht“ Und immer wieder wurden die Aktuere der Geschichten im Liedgut aufgegriffen, so der Herbst, das Sterben, der Ochs oder die Vögel, die mit Leimruten gefangen werden.

Neben den literarischen und musikalischen boten die Hospizbegleiterinnen selbstgemachte Schmankerl für das leibliche Wohl an. Dafür ernteten auch sie viel Lob und Anerkennung.

Der gut besuchte Hoagarten des Hospizvereins war auch in diesem Jahr wieder ein Hochgenuss, den die Gäste mit großem Applaus und die Vorsitzende Heidemarie Horenburg in ihren gereimten Dankesworten zum Ausdruck brachten.