Eine anspruchsvolle Ausbildung für ein erfüllendes Ehrenamt

Werbung und ein Informationsabend über Hospizbegleitung gingen der Ausbildung voraus. Bereits am 10.01.2018 begann der Kurs, in dem sich 7 Frauen und ein Mann mit ihrem eigenen Lebensweg, den Höhen und Tiefen, den besonderen Ereignissen und dem Abschiednehmen auseinandersetzten. Dies ist ein wichtiger Schritt, wenn man Schwerstkranke und Sterbende begleiten möchte. Denn nur wer selbst verinnerlicht hat, dass Sterben zum Leben gehört, dass wir selbst auch einmal sterben werden und dass es gut ist, im Leben und im Sterben nicht alleine zu sein, kann gelassen und ohne Angst Patienten auf ihrem letzten Weg begleiten.

In 80 Unterrichtsstunden an 8 Wochenenden konnten sich die Kursteilnehmer grund-legendes Wissen über Sterbephasen und Sterbeprozess, Trauerphasen und Trauer-bewältigung, Vergeben und Verzeihen, Spiritualität und Ethik, palliative Versorgung, verbale und nonverbale Kommunikation aneignen. Nach dem Basiskurs (1. Teil der Ausbildung) besteht die Möglichkeit, die Ausbildung zu unterbrechen. Eine der ursprünglich 8 Teilnehmer machte hiervon Gebrauch.

Alle Unterrichte bezogen vielfältige eigene Erfahrungen der Referenten mit ein und orientierten sich an der Anwendbarkeit bei späteren Begleitungen. Die theoretische Ausbildung wurde von einem 20-stündigen Praktikum in einer Pflegeeinrichtung  unterbrochen, wo die Kursteilnehmer persönliche Kontakte zu Schwerkranken und Sterbenden hatten. Unterstützt werden wir von den Seniorenzentren Drachselsried, Regen und Zwiesel, der Arberlandklinik Zwiesel und dem Hospiz St. Ursula in Niederalteich. Diesen Einrichtungen gilt der große Dank des Hospizvereins dafür, dass die angehenden, zu Verschwiegenheit verpflichteten Hospizbegleiter erstmals „hinter die Kulissen“ schauen dürfen.

Mit der Aushändigung des Zertifikats über die abgeschlossene Ausbildung stehen vier Frauen und ein Mann für die ehrenamtlichen Begleitungen des Hospizvereins Zwiesel-Regen zur Verfügung, zwei Frauen aus einem Nachbarlandkreis nutzen ihr Wissen vorerst in ihren Berufen.

Heidemarie Horenburg, 1. Vorsitzende des örtlichen Hospizvereins, freut sich, dass die Gruppe der ehrenamtlichen nun auf 64 angewachsen ist, denn Sterbebegleitungen werden zunehmend in Anspruch genommen. Ein dunkelgrauer Fleck ist noch im nördlichen Landkreis, seit sich der Hospizverein Viechtach aufgelöst hat. Deshalb ist es Ziel des Vereins, in der Region Viechtach-Ruhmannsfelden-Teisnach Menschen für dieses erfüllende Ehrenamt zu gewinnen und auszubilden.